Tälesverkehr 2025

Auto und Bus und Fahrrad und zu Fuß

Ein Diskussionspapier der SPD Weissacher Tal zur Mobilität in den kommenden zehn Jahren

Ausgangslage

Wie schnell und wie bequem man mit welchen Verkehrsmittel wo hinkommt, ist eine entscheidende Frage für die Lebensqualität im Weissacher Tal.

Die augenblickliche Situation im Weissacher Tal lässt sich nach den bisherigen Bürgerbefragungen der Täles-SPD in acht exemplarische Fragen bündeln:

  • Langt’s noch zur S-Bahn nach Backnang?
  • Steht der Bus noch am Bahnhof, wenn ich dort mit dem Zug oder der S-Bahn verspätet ankomme?
  • wie komme ich ohne Auto ins Krankenhaus nach Winnenden, zum Edeka, von der Disco nach Hause oder zur Enkelin ins Nachbardorf?
  • kann ich mein Kind ohne Bedenken mit dem Fahrrad ins Freibad fahren lassen?
  • kann man es noch verantworten, dass die ÖPNV-Busse meist leer durch‘s Täle fahren?
  • wie viele Autos kommen an der Opti-oder Hertz-Kreuzung diesmal durch?
  • wie viel Verkehrsbelastung ist den Anwohnern im Ortszentrum von AiT, in der Stuttgarter Straße in WiT, an der Ortseinfahrt in Bruch oder im  Mühlweg in WiT zuzumuten?
  • komme ich ohne Gefahr beim Rombold in oder über die Welzheimer Straße?

Grundsätzliches

Die SPD Weissacher Tal sieht Mobilität als ein Grundbedürfnis des Menschen und die Voraussetzung für die Teilhabe am öffentlichen Leben. Sie geht davon aus, dass im Weissacher Tal auch in den nächsten 10 Jahren das Auto der Verkehrsträger Nummer eins bleiben und der Güterverkehr fast ausschließlich über den LKW abgewickelt wird. Elektromobilität, car-oder bikesharing und vergleichbare Mobilitätsangebote werden vorerst keine große Bedeutung haben.

Die SPD Weissacher Tal nimmt mit Sorge zur Kenntnis, dass in den Haushalten von Bund, Ländern und Kreisen seit Jahren nicht genügend Mittel bereit gestellt werden, um die bestehende Verkehrsinfrastruktur instand zu halten.

Lösungsansätze

Ein Mobilitätskonzept für das Weissacher Tal hat die Bedürfnisse eines ländlichen Raumes am Rande eines Ballungsraumes zu berücksichtigen. Für die SPD Weissacher Tal sind dabei neun Eckpunkte entscheidend:

  • wir wollen bis 2025 den Durchgangsverkehr entschleunigen. Gemeinschaftsstraßen (nach dem Vorbild Rudersberg) in den Ortszentren, partielle Tempo 30-Zonen und Verschwenkungen an „Raserstrecken“  (Bruch!) können aus unserer Sicht geeignete Mittel sein.
  • wir wollen bis 2025 eine LKW-Maut auf der Straße von Schorndorf nach Backnang. Dies würde das Ortszentrum AiT entlasten. Eine LKW-Maut nach dem Grundsatz „billig auf der Autobahn“ und „teurer auf abgestuften Straßen“ ist hierfür und der richtige Ansatz.
  • wir wollen bis 2025 gefahrlose und staufreie Einmündungen in Hauptverkehrsstraßen. Das gilt sowohl für die Opti-Kreuzung (und nach Ausbau der B14 für die Kreuzung an der Spritnase) als auch für die Einmündung beim Rombold-Areal ("Rombold-Ei")
  • wir wollen bis 2025 eine zuverlässige Busanbindung an die S-Bahn („Sichere ÖPNV-Kette“). Für uns unabdingbar ist, dass auf jede S-Bahn ein Bus ins Weissacher Tal wartet (auch bei Verspätung)
  • wir wollen bis 2025 einen Täles-Bus, der als Bürgerbus (außerhalb der VVS-Taktzeiten, zu festen Zeiten,mit angemessenen Tarifen, innerorts) und/oder als Bürgerrufbus (z.B. für Fahrt zum Krankenhaus) eingesetzt werden kann (angefordert per Telefon oder App).
  • wir wollen bis 2025 einen öffentlichen Nahverkehr, der ganz nach Bedarf die Fahrgäste zu Hause abholt und dorthin zurückfährt (angelehnt an die Idee des „Schorndorfer Modellprojekt“). So kann man Leerfahrten verringern.
  • wir wollen bis 2025 ein schlüssiges, attraktives, sicheres Zusteiger-Mitnahme-System (Beispiel Wiesloch), aufbauend auf den Erfahrungen mit „flinc“ und „Höri-Mit“ am Bodensee.
  • wir wollen kurzfristig, dass das Weissacher Tal noch fahrradfreundlicher dazu gehört u.a.:
    • dass die Radwege wo immer möglich, nicht auf den Durchgangsstraßen verlaufen. Dort wo dies unvermeidlich ist, wollen wir, dass jeweils 2 Fahrradspuren auf der Fahrbahn für den Radverkehr vorgesehen werden und die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei Bedarf auf 30 km/h reduziert wird.
    • dass die Beschilderung der Radwege einheitlich gestaltet wird und dabei die „alten Ortsnamen“ Verwendung finden (Hohnweiler statt Auenwald!)
    • dass ein Radweg entlang der Weissach  steigungsfrei nach Backnang geführt wird und dadurch insbesondere für Jugendliche ein attraktiver Radweg ins Backnanger Freibad 
  • wir wollen bis 2025 eine „Täles-App“, mit der man schnell und bequem alle Mobilitätsangebote abrufen kann
AK-Tälesverkehr

Wolfgang Rose, Jürgen Hestler, Anngret und Rainer Deimel, Rüdiger Frey, Irmgard Hestler, Ilona Flügge

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